Europa – Dystopie und Utopie

Mediamodifier (Pixabay)

Überall in Europa mehren sich die kritischen Stimmen; die Unzufriedenheit steigt. Auf diesem Nährboden wachsen allerorts die europakritischen Parteien wie Unkraut. Doch was läuft falsch und wie kann man das verdorrende Projekt Europa wiederbeleben? Unsere Themenwoche “Europa – Dystopie und Utopie” nimmt sich dieser Frage an.

Anlässlich des 60. Geburtstages der EU zum 25. März starten wir eine Artikelserie, in der wir die kritischen und negativen Aspekte der EU klar benennen. Als Befürworter der EU schlüpfen wir in die Rolle des Advocatus Diaboli und versuchen uns in die Betrachtungsweise der EU-Kritiker zu versetzen. Diese Texte sind mit „Dystopie EU“ gekennzeichnet. Als kleines Geburtstagsgeschenk präsentieren wir dann am Jahrestag der Römischen Verträge unsere Vision von einem geeinten und starken Europa. Der Titel der Themenwoche leitet sich aus einem Zitat der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot ab: „Die Utopie ist Europa – die Dystopie ist die EU so wie sie jetzt ist.“

Der nächste Artikel (21.03. 18 Uhr) geht der Frage nach, ob die Erzählung vom Nutzen aller durch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik heute noch begeistern kann. Er trägt den Titel “Dystopie EU – Die Wirtschaftskraft”.

Der dritte Artikel (22.03. 18 Uhr) beschäftigt sich mit der ursprünglichen Idee der EU von der Überwindung des Nationalismus. Der Titel lautet “Dystopie EU – Das Friedensprojekt”.

Der vierte Artikel (23.03. 18 Uhr) fragt nach der Vertretung des Bürgerinteresses in der EU und zeichnet deren Verwirklichung am Beispiel der Griechenlandkrise nach. Er ist mit “Dystopie EU – Das Bürgerinteresse” betitelt.

Der fünfte Artikel (24.03.) nimmt sich einem der am häufigsten geäußerten Kritikpunkte an: dem Demokratiedefizit der EU. Er trägt den Titel “Dystopie EU – Die (un)demokratische Union” und ist aufgrund der Komplexität in zwei Teile gegliedert (Teil 1 / Teil 2). Er schließt den ersten Abschnitt unserer Themenwoche ab.

Der sechste Artikel “Utopie EU – Die Bundesrepublik Europa” (25.03.) entwirft die Idee von einer neuen Union der Bürger. In diesem wird der in den vorherigen Artikeln geäußerten Kritik und dem Modell der EU die Vision der Europa-Föderalisten in zwei Teilen gegenübergestellt. Der erste Teil beschreibt die gemeinsamen Werte als Fundament, auf dem wir als Bürger Europas unsere Republik errichten könnten. Der zweite Teil errichtet mögliche, strukturelle Eckpfeiler des politischen Systems und beschreibt konkrete Politikinhalte aufbauend auf dem Wertefundament.

Klicke hier um zu einer Übersicht aller veröffentlichter Artikel zu kommen.


Geschichte des Geburtstages


Am 25. März 1957 kamen die Regierungsvertreter von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden im Senatorenpalast von Rom zusammen. Dort unterzeichneten sie mehrere Verträge, die als „Römische Verträge“ oder „Vertrag von Rom“ bekannt wurden.

Die Ziele der Verträge waren die Schaffung einer Zollunion mit einheitlichem Außenzoll, der Abbau von internen Handelshemmnissen und der Aufbau eines gemeinsamen Marktes. Ebenso wichtig waren die Bewegungsfreiheit für Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital, welche später als die vier Grundfreiheiten festgeschrieben wurden sowie die enge Zusammenarbeit in der friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Die Verträge traten am 1. Januar 1958 in Kraft und umfassten:

  • Den EWG-Vertrag, mit dem die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, der Vorläufer der EU, gegründet wurde
  • Den EURATOM-Vertrag, mit dem die Europäische Atomgemeinschaft gegründet wurde
  • Das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäische Gemeinschaft

Mit letzterem Vertrag wurden die institutionelle Struktur und die Organe der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), welche das Parlament, die Kommission, den Rat und Gerichtshof sowie den Wirtschafts- und Sozialausschuss umfassten, auf alle drei europäischen Gemeinschaften ausgedehnt.

Hintergrund für die Römischen Verträge war der 1954 gescheiterte Vertrag zur Errichtung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft, der den Beteiligten vor Augen führte, dass zunächst und vor allem eine Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet notwendig war.

Seit 1951 existierte bereits die EGKS, welche ohne Zweifel der erste Schritt in Richtung eines gemeinsamen Europas war. Doch dadurch, dass die Römischen Verträge die europäische Zusammenarbeit von den ursprünglichen Bereichen Kohle und Stahl auf eine generelle wirtschaftliche Zusammenarbeit ausdehnten und die vier Grundfreiheiten als zusätzliches Ziel setzten, kann man den 25. März 1957 als wahren Geburtstag der EU bezeichnen.

Robin Thiedmann

Robin Thiedmann

Pressesprecher der Partei der Humanisten seit 01.10.2015.
Student der Publizistik und Politikwissenschaft, Fachbereich Internationale Politik und EU
Robin Thiedmann

Schreibe uns doch eine Nachricht:

Sending

©2017 Partei der Humanisten – Freiheit. Fairness. Fortschritt.

Log in with your credentials

Forgot your details?