Fleisch durch Biotechnologie

Foto: Julia L

Im Jahr 2013 stellten niederländische Forscher erstmals einen Burger vor, der komplett im Labor gezüchtet worden war. Der Kostenpunkt damals lag bei ca. 250.000 €. Inzwischen konnten die Herstellungskosten auf 10 € gesenkt werden. Durch Biotechnologie hergestelltes Fleisch hat große Vorteile. So könnte die Massentierhaltung überflüssig werden, die neben ethischen Problemen auch einen hohen Schadstoffaustoß aufweist, einen ineffizienten Ressourceneinsatz darstellt und deren Erzeugnisse weder besonders hygienisch noch geschmacklich überzeugend sind.

Schon aber macht das Wort Chemieburger die Runde. Bei näherer Betrachtung der Herstellung kann davon aber keine Rede sein. Die Forscher haben Stammzellen aus dem Muskelfleisch von Kühen entnommen. Diese werden in eine Nährlösung gelegt und fangen an sich zu teilen und somit zu wachsen. Als Nährlösung werden Glucose und Aminosäuren, z. T. auch Kalbsserum verwendet. Letzteres ist allerdings problematisch, da es von getöteten Tieren stammt und relativ teuer ist. Daher wird weiter nach alternativen Nährlösungen gesucht, die z. B. aus Algen oder Cyanobakterien aufgebaut sein könnten.

Probleme bereiten noch die Konsistenz und die Dicke des Fleisches, weil hierfür z. B. Blutgefäße und die Bewegung der Muskeln simuliert werden müssen. Weiterhin müssen noch Fettzellen hinzugefügt werden. Hieran forschen weltweit mehr als 20 Biotechnologie-Labore, mit dem Beginn der industriellen Produktion könnte in 10 bis 20 Jahren begonnen werden.

Ob das auf diese Art hergestellte Fleisch mit dem Fleisch eines artgerecht gehaltenen Tieres vergleichbar ist, wird sich zeigen. Sicher hingegen hat dieses Fleisch gegenüber dem in der Massentierhaltung produziertem Fleisch wesentliche Vorteile und ist wahrscheinlich auch geschmacklich besser. Daher sollte mit Biotechnologie eine Möglichkeit gegeben sein, auf Massentierhaltung zu verzichten.

Bleibt nur zu hoffen, dass nicht irrationale Argumente die Durchsetzung von künstlich hergestelltem Fleisch verhindern. Zum einen hat das in der Massentierhaltung produzierte Fleisch wohl kaum das Siegel „natürlich“ verdient und zum anderen wird auch z. B. Bier nicht von der Natur produziert sondern künstlich vom Menschen hergestellt.

 

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